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006.Jun.11: JON SPENCER BLUES EXPLOSION

INFOS
LIVE: LIVE: JON SPENCER BLUES EXPLOSION (Soulfood/UK)
Aktuelles Album: „Dirty Shirt Rock 'N' Roll: the First Ten Years”
SUPPORT BAND: URBAN JUNIOR
BEGINN: 19:30
BAND ON STAGE: 20:30
EINTRITT: VVK €22.-/ AK €25.-
VORVERKAUFSTELLEN: JugendInfo Wien & Ö-Ticket
Schon 1993, bei der Veröffentlichung des Albums "Extra Width", jubelt die englische Presse die Jon Spencer Blues Explosion (JSBX) zu Innovatoren eines neuen Stils hoch, irgendwas zwischen Neo-Blues in Verbindung mit Soul, Funk, Rap und Punk. Was einmal mehr unterstreicht, wie wenig der Blues Explosion-Sound in Begriffe gefasst werden kann. In diesem Fall trifft es die Aussage von Leadsänger Jon Spencer schon klarer: "The bottom line is, for fuck's sake, it's just Rock'n'Roll!" weiterlesen
Die Band liebt schließlich sowohl John Lee Hooker und die Stooges als auch Run DMC oder die Beastie Boys.
Ende der 80er treffen sich Gitarrist Judah Bauer und Drummer Russell Simins in New York zu Jam-Sessions, bis ihnen der durch die Auflösung der in der Indie-Szene heiß geliebten Krawall-Combo Pussy Galore bandhungrige Sänger Jon Spencer in die Hände fällt. Schnell kristallisieren sich die energiegeladenen Liveshows zu den bandeigenen Stärken heraus, denen JSBX bis heute hauptsächlich ihren Bekanntheitsgrad zu verdanken haben.
1993 ist man mit dem Video zu "Afro" erstmals auf MTV zu sehen. Nicht wenige Beobachter sehen das '94er Album "Orange" dank seiner rauen Experimentierfreude im geordneten Chaos als kreativen Höhepunkt des Blues Explosion-Katalogs an. Zwei Jahre später engagiert die Band den durchgeknallten Regisseur Weird Al Yankovic ("Fat") für den Videoclip zum Wickie-Riffheuler "Wail" (mit großartigem Ergebnis). Der US-Durchbruch will trotz ordentlichem Indie-Airplay nicht gelingen.
1998 erscheint mit "Acme" eine deutlich weniger kantige Rockplatte, die erstmals mit zeitgemäßen Sample-Gimmicks experimentiert. Zur Belohnung versüßt die schöne Winona Ryder das Video zur Single "Talk About The Blues". Nebenher hilft Spencer seiner Frau Christina Martinez (u.a. Background Vocals auf "Acme") bei deren Hauptband Boss Hog an der Gitarre aus.
Drummer Simins beschäftigt ebenfalls ein Sideproject namens Butter 08, mit dem er beim damaligen Beastie Boys-Label Grand Royal unter Vertrag ist. Judah Bauer schrammelt unterdessen mit Bruder Donovan (dr) zusammen als 20 Miles vor sich hin. Jon wiederum zerrt derweil die Detroit Soul-Legende der 50er und 60er Jahre Andre "Mr. Rhythm" Williams aus der Gosse ins Plattenstudio und produziert ein Album mit dem Altstar.
Im Juli 1999 wird der Blues Explosion während einer Tournee in Kanada des nachts das komplette Equipment aus dem Bus gestohlen, woraufhin bald darauf das Outtakes-Album "Acme Plus" auf den Markt geworfen wird (u.a. mit Andre Williams). Im Jahr 2000 bleibt es ruhig um die Blues Explosion. Spencer ist mit Christina und Boss Hog auf Welttournee, vom Rest hört man nichts.
Ende Dezember 2000 gibt das Trio fünf Gigs in den USA, von denen das Silvester-Konzert auf einer Bühne der Country-Metropole Nashville stattfindet. Anfang 2001 erscheint Drummer Simins' Debütalbum "Public Places" unter dessen eigenem Namen. Gleichzeitig gehört die Scheibe zu einer der letzten Veröffentlichungen des Grand Royal-Labels. Im Juli 2001 wird bekannt, dass die Band sich wieder zusammen in einem New Yorker Studio versammelt hat, um den Nachfolger von "Acme" aufzunehmen. Im April kommt "Plastic Fang" schließlich in die Regale, gerade richtig zum Jubiläum: 10 Jahre Blues Explosion.
Anschließend wird es wieder etwas ruhiger um die Jungs. Im Sommer 2004 macht die Neuigkeit die Runde, dass Jon Spencer kurzerhand eine Bandnamenverkürzung vorgenommen hat. Fortan soll von seiner Band nur noch als Blues Explosion (BX) gesprochen werden. Klingt nach Neuanfang, und tatsächlich hört man dem siebten BX-Studioalbum "Damage", das Ende September erscheint, sowohl die Hip Hop-Wurzeln als auch die ungestümen Gitarrenpassagen der Frühphase an.
Der Frischzellenkur waren zudem illustre Gaststars behilflich: Dan The Automator (Gorillaz), Chuck D., David Holmes, DJ Shadow und Martina Topley-Bird besuchten die Explosion im Studio.
Bis Ende 2006 bleibt es dann relativ ruhig im Blues Explosion-Stall. Mit seinem Kumpel Matt Verta-Ray bastelt Spencer am Rockabilly-Projekt Heavy Trash (Vorbilder: Stray Cats und Johnny Cash), die 2005 auch ein gleichnamiges Album veröffentlichen. 2006 tourt er mit Heavy Trash in Europa. Im selben Jahr erscheint mit "The Man Who Lives For Love" ein Album unter dem Namen Spencer Dickinson. Dahinter verbergen sich sinnigerweise sowohl Jon Spencer als auch die Herren Luther Dickinson und Cody Dickinson, die ihrerseits die Band The North Mississippi Allstars betreiben.
Ursprünglich ein Spaßprojekt, dessen Resultate nur das Licht des japanischen Plattenmarktes erblickten, kommt Ende 2006 auch der europäische Markt in den (allerdings limitierten) Genuss des neuesten Rock'n'Roll-Manifests aus dem Hause Jon Spencer. Der elektronisch-psychedelische Blues-Bolzen wurde auf der Ranch des Produzenten und Musikers Jim Dickinson in Memphis aufgenommen. Außer diversen Dickinsons und eben Spencer scheint wirklich niemand für dieses Projekt zugelassen worden zu sein.
2007 erscheint ohne größeren Promo-Aufwand die Compilation "Jukebox Explosion", die 18 ausgewählte, meist rare und ganz sicher einflussreiche Songs aus den 90er Jahren versammelt, darunter die fünf JSBX-Singles fürs In The Red-Label. Passenderweise erscheint auch die Scheibe über das kultige Punk-/Noise-Label aus Los Angeles.

Pfeil http://www.thejonspencerbluesexplosion.com/
Pfeil http://www.urbanjunior.com/

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- Philipp Pfeiffer am 12.JUN.11
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